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Was uns beschäftigt
Die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt sich auch und gerade für Cusanerinnen und Cusaner. Als Stipendiatinnen und Stipendiaten sind wir Privilegierte dieser Gesellschaft: Den meisten unter uns ist schon jetzt ein Arbeitsplatz sicher; die meisten unter uns werden einen Beruf ausüben, der ganz den eigenen Wünschen und Vorstellungen entspricht. All diese Privilegien garantieren einem gleichwohl nicht, Familie und Beruf gut vereinbaren zu können. Vielleicht ist es mit dem Traumjob sogar schwieriger, Kinder, Ehe, Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Möglicherweise potenzieren sich die Schwierigkeiten, wenn beide Ehepartner einen Traumjob angeboten bekommen und sich entscheidungsträchtige Fragen folgender Art ergeben:
- Wer arbeitet wann und wie lange?
- Wer übernimmt die Betreuung der Kinder, wer den Haushalt?
- In welche Stadt ziehen wir?
Freilich sind all diese Fragen privater Natur und müssen von den einzelnen Familien je nach Situation beantwortet werden. Aber sie sind eben nicht nur privat, denn die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen bestimmen entscheidend mit, ob, welche und wie viele Lösungsmöglichkeiten sich der einzelnen Familie bieten. Unter welchen Umständen könnte davon die Rede sein, daß sich Familie und Beruf im Einklang miteinander befinden? Es müssen wohl innerfamiliäre und gesellschaftlich-politische Voraussetzungen erfüllt sein. Unabdingbare innerfamiliäre Voraussetzung ist die Gleichberechtigung aller Familienmitglieder. Dies impliziert die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Es sind aber auch die Rechte der Kinder gegenüber den Eltern gemeint. Und es sind beispielsweise auch Rechte von Müttern gegenüber ihren Familien gemeint - Mütter, die, wenn sie Familie und Beruf gleichermaßen gerecht werden sollen, oft am Rande der Überanstrengung und Überforderung stehen - (und dennoch oder deswegen Schuldgefühle haben).Um was es uns geht
Damit dieser Grundsatz von der Gleichberechtigung aller Familienmitglieder gelebt werden kann, müssen gesellschaftlich-politische Voraussetzung erfüllt sein. Verstärkung von Teilzeitarbeit, Jobsharing, Flexibilisierung der Arbeitszeiten, Erleichterung des Wiedereinstiegs in den Beruf durch Fortbildungsmaßnahmen und dergleichen, angemessene Anerkennung von Erziehungszeiten bei der Rente, Abbau der finanziellen Benachteiligung von Familien, Verfügbarkeit von Kindergartenplätzen und Krippen sowie deren Entzerrung und personelle Entlastung vor allem in städtischen Gebieten, Flexibilisierung der Kindergartenöffnungszeiten - all dies sind Schlagworte, die mit einer familienfreundlicheren Gesellschaft in Zusammenhang stehen. Es geht darum, politisch Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Entscheidungsspielraum und die Handlungsmöglichkeiten von Familien ausweiten.Wer wir sind
Es gibt im Cusanuswerk die Initiative Familie und Beruf.
Auf dem Jahrestreffen 1998 hat gleichsam ein Generationswechsel stattgefunden. Inzwischen zeichnen sich Margit Wasmaier und Petra Schmidl für die Initiative verantwortlich. Dies war Amlaß für einige grundsätzliche Überlegungen und einen Ausblick auf die Zukunft der Initiative.Was wir wollen
Wo liegt der Aufgabenbereich, wo liegen die Möglichkeiten unserer Initiative? Die Initiative Familie und Beruf arbeitet seit Jahren für eine (bessere) Vereinbarung von Familie und Beruf im kleinen und großen. Ihr geht es um die Lösung praktischer Fragen innerhalb der Cusanuswerkes, z.B. die Organisation der Kinderbetreuung während der Veranstaltungen, um Information, Weiterbildung und ein Verfolgen der politischen Diskussionen.Unser erster Schritt
Um die Sinne zu schärfen für die Problematik, die jeden betrifft, der Kinder hat oder plant, will die Initiative in ihrer neuen Zusammensetzung in einem ersten Schritt ein Netzwerk knüpfen. Wir sammeln hierfür die Adressen all der Cusanerinnen und Cusaner, die entweder Kinder haben oder sich mit der Problematik auseinandersetzen wollen. Die Adressenliste soll es einzelnen erleichtern, Kontakte zu knüpfen, um gemeinsam praktische Probleme im Cusanuswerk anzugehen; mittels einer Mailingliste und regelmäßigen Rundschreiben wollen wir ein Forum bieten, um Themen zu diskutieren, die beispielsweise in der täglichen Politik auftauchen. In einem weiteren Schritt soll dieses Netzwerk als Grundlage dienen, um weitergehende Arbeiten; z.B. Informationsveranstaltungen, zu planen und durchzuführen. Wer Interesse hat und in die Adressenliste aufgenommen werden möchte, den bitten wir, uns zu schreiben.November 1998, Petra Schmidl
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